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Der ultimative CeBIT-Bericht von Markus Bokowsky
Irgendwie unaufgeregter, entspannter, ja,
normaler kann man sagen war die diesjährige CeBIT. Mit Ausnahme
natürlich der hannoveraner Gastronomen und Hotelies, hier herrschte
weiterhin wie gewohnt 10-tägiger kollektiver Grössenwahn.
Für den Rest könnte man behaupten, die Brache ist erwachsen
geworden. Der Grossteil der Startups ist verschwunden, Gewinne werden
nicht mehr pauschal als geschäftshemmend angesehen und die
lärmenden Dummdödelshows auf Gewerbeschau-Niveau sind
wieder ernstahfteren Präsentationen mit spürbarem Produktbezug
gewichen.
And the winner is...
Um es gleich vorweg zu sagen, die Auszeichnung "Buzzword der
Messe" kann in diesem Jahr leider nicht vergeben werden ...
es gab schlichtweg keines. Überhaupt war mehr von beständiger
Evolution als umwälzender Revolution die Rede. Buzzwords der
letzten Jahre wurden mit Leben gefüllt (oder vegessen) und
in Produkte gegossen die man ansehen und kaufen kann. Bluetooth,
WLAN, GPRS, Buzzwords der letzten Jahre jetzt erhältlich, aber
natürlich nicht mehr spektakulär kommunizierbar.
Content anywhere aber nicht mehr umsonst.
Ein Schwerpunkt der Messe war dieses Jahr wieder die Telekommunikation.
Am Vorabend von UMTS versuchen Mobilfunkbetreiber und Gerätehersteller
Sehnsucht zu wecken auf kommendes. Nachdem telefonieren auch mit
UMTS vermutlich irgendwie auch nur telefonieren sein wird, versucht
man jetzt verstärkt auf Content zu setzen. Aber durch die Erfahrungen
des Internets vorsichtig geworden, wird das alte Leitmotiv der Netzpioniere
"Information wants to be free" als Irrtum der Vergangenheit
eingemottet und zukünftig kräftig Gebühren verlangt.
Der Nutzer soll zahlen, und zwar zusätzlich zu Datenvolumen
bzw. Airtime Abogebühren für Inhalte. Ob dies in Deutschland
funktioniert wird die Zukunft zeigen, persönlich bin ich eher
skeptisch, wo es aber seit Jahren akzeptiert wird für eine
SMS 39Pf. zu bezahlen, ist vielleicht auch eine mobil empfangene
E-Mail einen Euro wert. Wir werden sehen... In jedem Fall eröffnet
es Inhaltsanbietern zum ersten Mal im mobilen Bereich die Möglichkeit
tatsächlich Geld zu verdienen. Ob dies anstelle von Abos vom
Endverbraucher nicht eher als Prozentsatz der GPRS-Gebühren
der Provider sein sollte sei angemerkt, lässt sich aber momentan
bei den Netzbetreibern (noch) nicht durchsetzen.
i-mode, das bessere WAP
Der Stand von E-Plus stand ganz im Zeichen von i-mode, jener von
NTT DoCoMo lizensierten Technik aus Japan, die schneller, einfacher
programmierbar und vor allem bunter ist als WAP.
Und in der tat, macht "surfen" mit i-mode richtig Spass.
Die Seiten bauen sich ähnlich klassicher html Seiten auf, (gifs
extra, text extra etc.) und sind vor allem in Farbe und bedingt
animiert.
Ob E-Plus durch i-mode in Deutschland bedeutend Boden gut machen
kann sei dahin gestellt, bis zur Einführung von WAP 2.0 ist
i-mode in jedem Fall das "bessere WAP".
Farbe, Farbe, Farbe
Der große Trend bei den Endgeräten war dieses Jahr Java
und vor allem Farbe. Anders als HSCSD, GPRS etc. also allen Features,
die dem Endkunden erklärt, sprich verkauft werden müssen,
ist der Vorteil eines Farbdisplays für jedermann sofort sichtbar.
Interessant wird zu beobachten sein, ob es eine Verschiebung der
Marktanteile im Endgerätemarkt geben wird, da viele asiatische
Hersteller mit Farbdisplay-Modellen auf den Markt drängen,
während Platzhirsch Nokia nur zwei Farb-Handys im hochpreisigen
Segment zu bieten hat. Von Siemens war übrigens gar nichts
farbiges zu sehen.
SonyEricsson war das erste Mal mit einem gemeinsamen Stand in Hannover
vertreten und zeigte die ersten Geräte unter dem neuen Label.
Was soll ich sagen... mein Herz blutet, offenbar haben sich die
Sony Designer durchgesetzt, da stand wohl der Pflasterstein Modell
:(((
Fun, Fun, Fun
Der zweite grosse Trend war Java im Handy. Viele Hersteller, darunter,
Nokia, Siemens, SonyEriccson und Motorola zeigten Geräte mit
eingebauter Java virtual machine auf dem J2ME Standard basierend
(Java2 Micro Edition). Interessant wird dies vor allem für
Spiele, die dann OTA von WAP Portalen downgeloadet werden können.
Ähnlich dem Load-A-Game Prinzip, nur halt auf offenen Standards
basierend und frei zugänglich.
Handy Click!
Was gibt es noch zu sagen: MMS steht vor der Tür und die ersten
Handys sind bereits gerüstet. MMS soll der Nachfolger von SMS
werden und steht für Multimedia Messaging Service. Neben Text
können auch Bild und Tonmitteilungen verschickt werden. Ob
MMS den gleichen Boom erleben wird wie SMS muss sich noch heraus
stellen, als erste Killerapplikation haben die Gerätehersteller
offenbar das Verschicken selbstgemachter Fotos auserkoren, Alle
grossen Anbieter hatten deshalb auch ein Modell mit Kamera im Angebot.
Aber will ich wirklich mit dem Handy fotografieren und das sehr
pixelige Ergebnis dann per Handy um die Welt schicken ? Wir weden
sehen; billig wird der Spass jedenfalls nicht.
Highlights jenseits des Mobilfunks
Die sehenswerten Neuigkeiten in der klassischen IT waren eher im
verborgenen zu finden. Mira, ein Konzept von Microsoft, womit sich
PCs via Webpad und WLAN fernsteuern lassen war bei Philips zu besichtigen.
Könnte sehr interessant werden. Kranken die bisherigen Webpads
noch an ihrem Gewicht, kann bei Mira auf nahezu alles außer
Display und WLAN Karte verzichtet werden, die Programme laufen auf
dem PC, nur die Ein- und Ausgabe wird auf das Mira Gerät umgeleitet.
Ein weiteres Highlight, im wahrsten Sinne
des Wortes, war die neue Generation der groß formatigen Plasmadisplays.
Displays in 40, 51 und 61 Zoll waren bei Pioneer, Sharp, LG und
Sony zu sehen und werden bei fallenden Preisen unser Fernseherlebnis
verändern. Dies werden auch festplattenbasierte Videorekorder
tun, welche per EPG programmierbar sind, sich an mein Sehverhalten
anpassen und halb automatisch Werbeblöcke überspringen
können. Warum auch immer, wieder waren entsprechende Geräte
ausser bei LG und Sony nur hinter dem Vorhang zu sehen. Vor dem
Vorhang wollte man uns mit MHP, dem mittlerweile dritten Versuch
eines einheitlichen Standards für digitales/ interaktives Fernsehen
in Deutschland locken.
Was treibt eigentlich Microsoft?
Nun, hauptsächlich seine .net Strategie voran. Zu sehen war
in den Softwarekinos auf dem MS Stand u.a. das Framework sowie die
ersten Anwendungen der .net WebServices. Ein hoch interessanter
Ansatz, der Microsofts Genarealangriff auf Internetdienstleistungen
sein wird. Die .net WebServices werden viel Bewegung auch in unserer
Branche bringen.
Internet Technology
Im Feld der Internet-Technology gab es keine großartigen Neuerungen
zu besichtigen. Bei Content Management Systemen u.ä. hat sich
J2EE als technische Plattform durch gesetzt. Alles ist ein wenig
ausgereifter, stabiler und dank J2EE auch kompatibler geworden.
Von den CM Anbietern sind nur noch die übrig geblieben, deren
Produkte auch tatsächlich eingesetzt werden, bei Applikation
Servern werden wohl nur Bea und IBM tatsächliche Marktbedeutung
behalten. Ein deutlicher Trend geht zu e-Learning, wobei hier bisher
ausser dem Buzzword (und da war es doch) noch nicht viel zu sehen
ist. Macromedia launchte FlashMX, was wiedermal das Internet revolutionieren
soll und tatsächlich auch ein paar nette Features bereit hält.
Grundsätzlich wird aber hauptsächlich vieles leichter
und einiges geht beim Programmieren schneller von der Hand.
Und jetzt noch was für die Old School
Sollte sich Jemand aus der wehrten Leserschaft noch für DTP
interessieren, hier gab es tatsächlich eine für diesen
Bereich revolutionäre Neuerung. Mit den neuen Adobe Programmen
InDesign und Illustrator ist es ERSTMALS möglich ein Photoshop
oder Illustrator File native, d.h. ohne vorherige Umwandlung in
ein EPS, einzubetten und auch korrekt zu drucken. Ein Feature, dass
man bei Programmen des selben Herstellers eigentlich für selbstverständlich
erachten würde, aber im DTP eine Neuheit darstellt und eine
lang ersehnte obendrein. Auch sehr interessant, aber warscheinlich
für noch wenigere relvant, in Halle 1 war die erste Digitaldruckmaschine
aus dem Hause Heidelberg zu sehen. Die Qualität war hervorragend
und die Kosten werden moderat sein. Digitaldruck könnte sich
damit auf breiterer Front als in der Vergangenheit durchsetzen.
Ach ja, was ist eigentlich mit Linus und
Open Source? Nun, die sind dahin zurück gekehrt wo sie hingehören,
raus aus Messehallen und rauf auf Fileserver, Webserver, Datenbankserver...
Auf der CeBit spielte Linux als Buzzword keine große Rolle
mehr, verschwinden wird es deshalb aber natürlich nicht.
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Schlechte
Prognosen für "Pay-for-Content"
Vier neue Studien
belegen, Nutzer sind mehrheitlich nicht bereit für Online-Inhalte
zu zahlen
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Verständliches
Schreiben im Internet und Intranet
Neuer Artikel in
der Knowledge-Base gibt Schreibhilfen und verrät Tricks
für Online-Redakteure
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Aktuelle
Online-Statistiken
In den letzten Wochen
wurden neue Zahlen zur Online-Nutzung veröffentlicht
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Neues
Projekt: Nichtraucher-spiel für die EU
Im Auftrag der PR-Agentur
MC Mediaconsulta entwickeln wir ein Online-Spiel für eine
EU Nichtraucherkampagne
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E-Plus
setzte ganz auf i-mode. Hier der erste erhältliche Gerätetyp
von NEC.

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Sowas
werden Sie in Zukunft häufiger auf Ihrem Handy finden.
MMS machts möglich.

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Der
Microsoftstand auf der CeBIT. Im Focus stand die .net Strategie.

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Erste
digitale Druckmaschine von Heidelberg. Hervorragende Qualität
zu moderaten Preisen.

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