Systems 2002: Back to Business
Eine Messenachlese von Markus Bokowsky
Von dreizehn auf gerademal acht Hallen zusammengeschrumpft präsentierte sich die diesjährige Systems auf dem Messegelände München. Doch auch wenn es die Messegesellschaft in keinem Ihrer Veröffentlichungen offiziell wagte bezogen auf die Aussteller von "Klasse statt Masse" zu sprechen, so trifft diese Charakterisierung durchaus zu.

Zugegeben, im Hardwarebereich fehlten viele, bzw. es war so gut wie kein Hersteller präsent, doch lässt sich dies gut verschmerzen. Die heimliche Aufteilung des Messejahrs scheint vollzogen: Im Frühjahr auf der CeBIT die Neuheiten, die Shows, die Sensationen; im Herbst in München in weit ruhigerer Atmosphäre Softwarehersteller und Gespräche über tatsächliche Projekte. Ein Konzept das trotz der manchmal fast beängstigenden Unaufgeregtheit die in allen Hallen herrschte aufgehen könnte. Denn, wer sich entschloss auszustellen, hat sich scheinbar auch entschlossen den ganzen Firlefanz vergangener Jahre zu Hause zu lassen und dafür die Leute mitzunehmen die sich auch tatsächlich mit den Produkten auskennen.

Keine dümmlichen Shows, die den Kern des eigenen Produkts nur sehr oberflächlich streifen, so gut wie keine Bauchredner, Zauberer, Pantomimen und dergleichen; solche Infotainmentangebote mögen ja durchaus seine Daseinsberechtigung hat aber bitte nicht auf einer IT Messe. (Ausnahme SAP auf der offenen Bühne, aber hier sind die Innovationszyklen ja traditionell etwas länger ;-))


Das wichtigste Thema der Messe war die IT-Sicherheit. Und so war auch die Halle in der sich die IT Security Area befand die bestbesuchteste auf dem Gelände. Gelungen auch das Konzept die Fachvorträge (die zum Großteil nicht nur reine Produktpräsentationen waren) in kleineren Foren zu präsentieren, dafür mehrere einzurichten und die Themenvielfalt dadurch breiter zu gestalten. Gut besucht waren vor allem die allmorgentlichen "Live Hacks" wo man so manchen in der Zuhörerschaft die blanke Panik befallen sah. Das BSI vergab auf der Messe das erste IT Grundschutz Zertifikat, ein Label, das in Zukunft sicher an Bedeutung gewinnen wird.

Abschliessend lässt sich sagen, wenn sich Ausstellerbeirat und Messeleitung mit einer Systems dieser Größe zufrieden geben und das Konzept für die Zukunft in die eingeschlagene Richtung weiter entwicklen, dann werden wir als Besucher und Aussteller gerne wiederkommen.

Eine kleine Beobachtung noch am Rande: Zum ersten Mal wurden die Besucher gebeten sich am Eingang für die Messe zu registrieren. Dazu wurden in den beiden Eingangshallen rund 250 iMacs in Reih und Glied aufgestellt denen dann in abdrassierten kaskadierenden Gängen die Besucher zugeführt wurden. Ein bizarrer Anblick. Mit starkem Widerstand konnte man diese Prozedur umgehen und die Messe ganz normal betreten, gern gesehen war dies aber nicht. So stelle ich mir den perfekten Überwachungsstaat vor, und wenn er von einem Interior Designer gestaltet werden darf wird er auch noch akzeptiert.
 
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