| Die Geschichte
des Internet reicht zurück bis in die Zeiten des kalten Krieges.
Als Geburtshelfer für das spätere Internet fungierte der
"Sputnik-Schock", der bei den amerikanischen Militärs
durch den erfolgreichen Start der gleichnamigen Rakete durch die UdSSR
ausgelöst wurde. Um wieder einen Vorsprung im Bereich der militärisch
nutzbaren Technologien zu erlangen, wurde die dem Verteidigungsministerium
unterstehende Advanced Research Projects Agency (ARPA) gegründet.
1969 begann
man die wenigen im Land zur Verfügung stehenden Computer zu
vernetzen um Wissenschaftlern, die nur Zugang zu einem leistungsschwachen
Rechner hatten, eine Mitbenutzung der wenigen und teuren Großrechner
zu ermöglichen. Dieses ARPAnet getaufte Netzwerk sollte auch
dem Zweck dienen, die Kommunikationsstrukturen der USA nach einem
atomaren Angriff aufrecht zu erhalten. Es bekam deshalb eine dezentrale
Struktur, Kommunikation sollte auch nach dem Ausfall einiger Netzknoten
weiterhin möglich sein. Um dies zu ermöglichen, entschied
man sich für ein sogenanntes Paketvermittlungsverfahren. Dieses
Verfahren genannt TCP/IP (TCP bedeutet Transmission Control Protocol
(Protokoll für Übertragungskontrolle), IP bedeutet Internet
Protocol) ist der kleinste gemeinsame Nenner des gesamten Datenverkehrs
im Internet. Erst durch dieses Protokoll wurde historisch gesehen
aus einem begrenzten Netz ein Netz der Netze. Egal, ob Sie Web-Seiten
aufrufen, E-Mails versenden, mit FTP Dateien downloaden oder mit
Telnet auf einem entfernten Rechner arbeiten: stets werden die Daten
auf gleiche Weise adressiert und transportiert. D.h. eine Nachricht
wird in mehrere Datenpakete aufgeteilt, welche dann, mit einer Zieladresse
versehen, unabhängig voneinander übertragen werden. Bei
der Zieladresse angekommen, werden die Pakete wieder zu einer vollständigen
Nachricht zusammengesetzt, wobei die einzelnen Datenpakete dabei
durchaus unterschiedliche Wege durchs Netz zurückgelegt haben
können. Die Pakete suchen sich automatisch immer den schnellsten
Weg ans Ziel.
Um auch Wissenschaftlern
und Forschern aus dem nichtmilitärischen Bereich Zugang zur
Computerkommunikation zu ermöglichen, errichtete die National
Science Foundation (NSF) 1981 das wissenschaftsorientierte Computer
and Science Network (CSNET). Zeitgleich entstanden noch eine Reihe
von weiteren Netzwerken, die hauptsächlich den wissenschaftlichen
Meinungsaustausch zum Ziel haben wie das Usenet oder das BITnet.
Darüber hinaus haben auch viele große Firmen zu dieser
Zeit damit begonnen eigene Firmennetze aufzubauen. All diese Netze
wurden mit dem ARPAnet verbunden und ARPA-Internet und später
nur noch Internet genannt.
1986 errichtete die NSF sechs, über
die Vereinigten Staaten verteilte Hochleistungs-Computerzentren.
Um diese zu verbinden, wurde ein Hochgeschwindigkeitsnetz, das
NSFnet geschaffen. Durch seine große Bandbreite wurde das
NSFnet schnell zum Backbone des Internet. D.h. es wurde zu einer
Hauptverbindungsader des Internet. Die Mehrzahl der Datenpakete
durchquert auf dem Weg zu ihrem Ziel "das Backbone".
Das NSFnet übernahm immer mehr Netzlast vom ARPAnet, bis
dieses 1990 ganz aufgelöst wurde. Der militärische Teil
der Forschung der USA spielt sich heute in dem in Milnet übriggebliebenen
Rest des ARPAnet ab.
In den achtziger Jahren entstanden in vielen
Ländern der Erde ähnliche Netzwerke, die sich miteinander
verbanden und somit ein Teil des Internet wurden. Heute besteht
das Internet aus ca. 20.000 selbständigen Einzelnetzwerken.
Nicht zu vergessen sind auch die in den achtziger Jahren in Amerika
und Europa entstandenen privaten Mailbox-Netze, die sich teilweise
ans Internet angliederten und mit für dessen Kultur sorgten.
In Europa begann die Geschichte der Computerkommunikation
im wesentlichen 1982 mit der Gründung von EUnet, einem Zusammenschluß
von Mitgliedern der europäischen Computerindustrie und Wissenschaft.
1993 wurde das Ebone, ein europäisches Backbone errichtet,
an welches die nationalen Netze der einzelnen europäischen
Staaten angeschlossen sind. Das Ebone ist natürlich wiederum
mit den Backbones der anderen Kontinente verbunden.
Da das NSF nur eine rein wissenschaftliche
Nutzung der Leitungen des NSFnet erlaubte, die kommerzielle Nutzung
des Internet aber stetig zunahm, wurden von Privatunternehmen
weitere Backbones errichtet. Firmen können ihre Netze direkt,
oder mit Hilfe eines Service-Providers an diese Backbones anschließen.
Der größte Anteil, des im Internet übertragenen
Datenvolumens entfällt heute bereits auf kommerzielle Teilnehmer.
In Deutschland kümmert sich um den wissenschaftlichen Teil
der DFN-Verein, für die Anbindung von Unternehmen und Privatpersonen
existieren eine Reihe großer und eine Unmenge kleiner Service-Provider.
Inzwischen bieten inzwischen auch alle kommerziellen Online-Dienste
allen voran die Marktführer T-online und AOL einen Zugang
ins Internet. Die eigenen Inhalte dieser Dienste geraten dagegen
immer mehr in den Hintergrund.
Dieses, aus militärischen Überlegungen
entstandene Internet, ist heute das größte selbstverwaltete
System zur weltweiten freien Meinungsäußerung.
Das Internet besteht heute aus über
20.000 selbständigen Einzelnetzen. Der Zugang erfolgt vom
Arbeitsplatz bzw. von Zuhause per Modem über private Service-Provider.
Die anfallenden Kosten sind deshalb unterschiedlich und hängen
von der Art des Zugangs ab.
1991 wurde im CERN in der Schweiz mit der
Entwicklung von HTTP (Hypertext Transfer Protocol) der Grundstein
für das World Wide Web gelegt. Technisch gesehen ermöglicht
HTTP die Integration der verschiedenen anderen Internet Dienste
in Multimedia-Präsentations-Anwendungen. Dieser meist WWW
abgekürzte Dienst erlaubt eine ansprechende Aufbereitung
multimedialer Inhalte sowie deren assoziative Verknüpfung
miteinander. Das World Wide Web ist für das explosionsartige
Wachstum des Internet innerhalb der letzten zwei Jahre verantwortlich.
Ein weiterer Meilenstein war die
Entwicklung des ersten Webbrowsers für grafische Benutzeroberflächen.
Dieses Programm mit Namen "Mosaic" war der Vorläufer
des späteren Marktführers Netscape, der heute wiederum
vom Microsoft-Produkt Internet Explorer von seinem Spitzenplatz
verdrängt wurde. Mit der Entwicklung der grafischen Webbrowser
nahm das Internet seine heutige Gestalt an und wurde endgültig
zum Massenmedium. In den Jahren 1995 und 1996 schaffte das Internet
seinen endgültigen Durchbruch. Zigtausende von Privatanwendern
begannen, eigene Homepages zu erstellen. Nach und nach drängten
Firmen, Organisationen, Regierungen und Behörden mit eigenen
Angeboten ins Web - weltweit.
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